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Dienstag, 18. Dezember 2018
Eigentlich ist diese Frage doch entschieden. Demokratisch und definitiv. An der Urnenabstimmung vom 2. Dezember2001, als es um die neue Baarer Gemeindeordnung ging, haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger mit überwältigender Mehrheit entschieden, beim «Dorf» Baar zu bleiben. Sie haben damit zum Ausdruck gebracht, dass ihnen für ihre Wohngemeinde Werte am Herzen liegen, wie man sie eher mit einem Dorf als mit einer Stadt in Verbindung bringt: Nähe und Herzlichkeit, Wärme und Fröhlichkeit. Man kennt sich, grüsst sich; man lebt miteinander und nicht nur nebeneinander. Es sind eben die Qualitäten, die Baar seinen Bewohnerinnen und Bewohnern zu bieten hat und die wir auch in alle Zukunft weiter pflegen wollen, obwohl das «Dorf» Baar wächst und gerade in den letzten Jahren in gesellschaftlicher wie baulicher Hinsicht ganz schön umgekrempelt wurde.

Als die Mitglieder der Redaktion sich daran machten, das Konzept zu entwickeln für das Buch, das Sie jetzt in Händen halten, da stand ziemlich bald fest, dass die augenfälligen Veränderungen unserer Gemeinde auch am Heimatbuch Baar nicht spurlos vorübergehen dürfen. Gewissermassen als Vermächtnis hatte der abtretende Redaktionsleiter Roman Treichler gar einen Titelvorschlag hinterlassen: «Das neue Baar», so sollte der nächste Band heissen. Nun, die Idee, die hinter diesem Titel steht, haben wir aufgenommen; geht es im Heimatbuch Band 2004 doch darum, dem rasanten Wandel unserer Gemeinde nachzuspüren. Wenn ich von Wandel rede, ist damit auch gleich gesagt, dass es nicht das Anliegen dieses Buches sein kann, einem «Alten Baar» ein «Neues Baar» gewissermassen gegenüberzustellen. Es geht vielmehr darum aufzuzeigen, welch stürmische Entwicklung unsere Gemeinde in den letzten Jahren erlebt hat. Dass eine Entwicklung stattgefunden hat, ist an und für sich überhaupt nichts Aussergewöhnliches. Im Gegenteil. Alles auf dieser Welt steht in einem fortwährenden Entwicklungsprozess. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Der griechische Philosoph Heraklit fasste es in den berühmten Satz: Panta rhei – alles fliesst. Aber es gibt Phasen, in denen eigentliche Entwicklungsschübe stattfinden. Einen solchen hat Baar hinter sich oder steht gar mitten drin. Das kommt etwa in Aussprüchen von eingesessenen Baarerinnen und Baarern zum Ausdruck, wenn man sie gelegentlich sagen hört: «Das Baar het sich au no veränderet! » Ob die sprechende Person bei dieser Aussage einen Freudensprung vollführt oder die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, das tut eigentlich nichts zur Sache. Es geht den Autorinnen und Autoren dieses Bandes nicht um Wertung. Jedenfalls nicht primär. Hingegen möchten sie den einen oder anderen Vorgang, diesen oder jenen Aspekt ein bisschen ausleuchten oder ganz einfach ein paar Gedankenanstösse vermitteln. Mit Bildern, mit Erinnerungen, mit ernsten oder humorvollen Gedankenspaziergängen durch ein Dorf, das dank seiner Weltoffenheit städtischer ist als manche Stadt und allen städtischen Entwicklungen zum Trotz die Vorzüge eines Dorfes beibehalten will und wird. Wenn es dem Baarer Heimatbuch Band 2004 gelingt, dazu einen kleinen Beitrag zu leisten, so hat es seine Aufgabe erfüllt. Ich danke allen, die an der Entstehung und Herausgabe dieses Buches auf irgendeine Weise mitgewirkt haben: den Autorinnen und Autoren für die interessanten Beiträge, den Kolleginnen und Kollegen der Redaktion für die Gedankenarbeit, der Firma Victor Hotz AG in Steinhausen für die hervorragende Gestaltung und den sorgfältigen Druck, den Sponsoren und Gönnern für die uneigennützige Unterstützung, und ganz besonders danke ich dem Vorstand des Vereins Heimatbuch und insbesondere seiner Präsidentin, Felicitas Elsener. Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, wünsche ich bei der Lektüre viel Freude und Vergnügen.

Urs Perner