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Dienstag, 18. Dezember 2018
Ohne Randgebiete kein Zentrum. Das Drumherum macht ein Zentrum erst möglich. Dies gilt ganz besonders für ein Gemeinwesen wie Baar, das eine Vielzahl von stolzen Aussengebieten aufweist. Zwar sind weder Blickensdorf noch Inwil oder Allenwinden politisch unabhängige Gebilde. Trotzdem ist gerade in den als Beispielen genannten Teilen unserer Gemeinde ein hohes Mass an Eigenständigkeit unübersehbar. Am deutlichsten kommt das im Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der Bewohner zum Ausdruck. So sagt zum Beispiel Martin Lenz, obwohl schon lange vom Berg ins Tal hinunter gekommen: «Ich würde mich immer noch eher als Allenwindner denn als Baarer bezeichnen.» Allein eine solche Aussage macht deutlich, dass man Baar in keiner Weise gerecht wird, wenn man es auf das Zentrum reduziert. Wer von Baar spricht, muss das Ganze im Auge behalten. Natürlich sind die Vorgänge im historischen Dorfkern spannend. Gerade dort wird augenfällig, wie unser Zentrum immer deutlicher städtische Züge annimmt. Das Dorfzentrum wird Stadtzentrum. Im letzten Band des Heimatbuches sind wir dieser Entwicklung nachgegangen, die mit den Überbauungen rund um den Bahnhofplatz zurzeit ihre stürmische Fortsetzung findet. Doch bereits im Titel des Heimatbuches 2004, «StadtDorf Baar», kommt zum Ausdruck, dass das Städtische, das geografisch Zentrale, nur der eine Teil ist. Der andere, nicht minder wichtige Teil – alles, was mit Dorf, mit Peripherie und Rand zu tun hat – ist Gegenstand dieser 30. Ausgabe des Heimatbuches Baar, das Sie, liebe Leserin, lieber Leser, jetzt in Händen halten.

Das Heimatbuch 2006 trägt den Titel «Grenzen und Ränder». Die Randbereiche sind das Thema. Dabei geht es nicht nur darum, die geografischen Grenzen abzuschreiten. Ebenso interessant sind gesellschaftliche und kulturelle Randphänomene, die es verdienen, beachtet zu werden. Ausserdem sollen die Aussenquartiere und Ränder nicht ausschliesslich aus der einseitigen Perspektive vom Zentrum her gesehen werden. Wenn es gelingt, gedanklich auch einen Blick in umgekehrter Richtung, vom Rand her zum Zentrum hin, zu vermitteln, dann ist eine weitere Absicht und Zielsetzung erreicht. Im Titelbild ist jedenfalls gerade diese Sicht von der Grenze her auf den Kanton Zug und die Baarburg – das Wahrzeichen unserer Gemeinde – fotografisch festgehalten. Das Buch erhebt nicht den Anspruch, das schier unerschöpfliche Thema umfassend abzuhandeln. Es ist genau wie das Umschlagbild ein Ausschnitt einer weiten und schönen Landschaft.

In Aufbau und Gestaltung des Buches hat sich die Redaktion weitgehend an das Konzept des Vorgängerbandes Heimatbuch 2004 gehalten. Neu ist der Einband. Erstmals kommt das Heimatbuch nicht mehr wie eine Broschüre, sondern mit einem etwas stärkeren Einband als Buch daher. Kernstück ist der Fotoessay von Guido Baselgia, dem Träger des Innerschweizer Kulturpreises 2006. Von seinem Grenzgang, auf dem ihn Andreas Grosz mit einem feinen Text begleitet, hat er eindrückliche Bilder mitgebracht. Sie sind eine grossartige Ergänzung und Abrundung der Artikel, die in den Kapiteln «Randgebiete » und «Randerscheinungen» den äusseren und inneren Rändern der Gemeinde Baar nachspüren. Bilder und Texte vermitteln spannende und zweifellos auch überraschende Einblicke, die zum Entdecken der Grenzgebiete der Gemeinde Baar einladen. Im Kapitel «Baar im Lauf der Zeit» und insbesondere in der «Baarer Chronik» wird wie üblich an die wichtigsten Ereignisse der letzten zwei Jahre erinnert. Traditionell ist die Vorstellung eines Betriebes aus Wirtschaft oder Industrie; diesmal ist es die Firma Trumpf in Walterswil. Die Baarer Bürgergeschlechter sind mit der Familie Gasser vertreten.

Ich schliesse meine Randbemerkung und danke allen, die bei Entstehung und Herausgabe dieses Buches mitgewirkt haben: ganz besonders den Autorinnen und Autoren für die interessanten Textund Bildbeiträge, aber auch allen, die ihnen bei ihrer Arbeit mit Bildmaterial oder Informationen behilflich waren. Namentlich möchte ich diesbezüglich Beat Krähenbühl von der Flying Camera und seine grosszügige Unterstützung erwähnen. Ich danke allen Spendern und Gönnern – über das Grab hinaus auch Leo Langenegger. Ohne sie wäre dieses Buch nicht möglich. Ein Kompliment geht an Victor Hotz und seine Mitarbeitenden für die angenehme und kompetente Beratung, Betreuung und den sorgfältigen Druck. Weiter danke ich dem Vorstand des Vereins Heimatbuch Baar und ganz besonders meinen Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion für den grossen und unermüdlichen Einsatz. Ich freue mich, dass mit Beatrice Scheurer-Franchi, Silvan Meier und Andy Busslinger (Bildredaktor) neue Kräfte in unserem kleinen Team mitarbeiten. Nur sehr ungern, aber nicht ohne ganz herzlichen Dank lassen wir Thomas Heimgartner ziehen, der uns wegen Wohnortswechsel verlässt. Ebenfalls verlassen wird uns Felicitas Elsener. Als langjährige Präsidentin des Vereins Heimatbuch und Mitglied der Redaktionskommission, als Verfasserin zahlreicher Artikel und Betreuerin der Baarer Chronik hat sie grosse Verdienste um das Heimatbuch Baar erworben und ein ganz besonders herzliches Dankeschön verdient.

Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, wünsche ich bei der Lektüre viel Freude und Vergnügen.

Urs Perner