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Dienstag, 18. Dezember 2018

Was hat Baar in den letzten Jahren bewegt? Was ist 2011 und 2012 in unserer Gemeinde passiert, das Aufnahme ins Heimatbuch finden muss? Mit solchen Fragen hat sich die Redaktion beschäftigt, als sich die fünf Mitglieder Gedanken zum nun vorliegenden Heimatbuch gemacht haben. Schnell lagen die ersten Vorschläge auf dem Tisch: der grosse Umbau im Dorfzentrum, das 150-Jahr-Jubiläum der Brauerei, das Beizensterben, die rasante Entwicklung Baars zur Stadt, die ein Dorf bleiben will. Fehlt noch ein Oberbegriff: Das 33. Baarer Heimatbuch widmet sich der Wirtschaft und dem Gewerbe – und das im weitesten Sinn.

Die Wirtschaft in unserer Gemeinde hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Traditionelle Unternehmen wie die Lego, die Spinnerei oder die Victoria sind verschwunden. Andere Firmen wie die Medela haben sich wegen des Baulandmangels den Wegzug überlegt. Dennoch boomt das wirtschaftliche Leben. Gemeindepräsident Andreas Hotz macht sich im Artikel von Michael van Orsouw Gedanken zum Erfolgsmodell Baar. Das zeigt sich exemplarisch auf dem Victoria-Areal. Wo früher Möbel designt und hergestellt wurden, ist heute ein spannender Mix aus kleinen und Kleinst-Unternehmen angesiedelt, was Autor Markus Baumgartner auf seinem Rundgang durch das Gelände festgestellt hat. Eine ähnliche Entwicklung hat sich auch auf dem Areal der ehemaligen Spinnerei vollzogen. Wir haben uns entschieden, eine Firma, die man so in Baar nicht erwarten würde, exemplarisch vorzustellen: Stefan Doppmann schaut in seinem Beitrag den Uhrmachern der Montres Cimier AG über die Schultern.

Neben neu zugezogenen Firmen widmet sich das Heimatbuch auch Baarer Traditionsbetrieben. Nicht fehlen darf natürlich die Brauerei Baar, die 2012 ihr 150-Jahr-Jubiläum feiert. Der Historiker Philippe Bart geht in seiner Würdigung auf die Figur, die sinnbildlich fürs Baarer Bier steht, ein: das Zwergli. Auf immerhin 90 Jahre kann ein anderer Familienbetrieb zurückschauen. Vom Lumpensammler zum Wertstoffhändler – so kann die Entwicklung der Twerenbold AG umschrieben werden, die Stefan Doppmann vorstellt. Mit 50 Jahren vergleichsweise jung ist die Firmengeschichte der Niedermann AG. Barbara Häseli zeigt, wie der Baarer Handwerksbetrieb die Herausforderungen erfolgreich gemeistert hat. Ein Auslaufmodell scheint hingegen die traditionelle Dorfbeiz zu sein. Urs Perner verfolgt die Entwicklung der Baarer Beizenlandschaft mit einer grossen Portion Wehmut.

Wir wollen in diesem Buch aber nicht nur die Firmen und die wirtschaftliche Entwicklung ansprechen. Auch Menschen und spezielle Blickwinkel sollen ihren Platz haben. Für letztere sorgen der Baarer Fotograf Christian Herbert Hildebrand in seinem Foto-Essay und Klaus Hengstler mit seinem Text über den zweiten Arbeitsmarkt. Er zeigt, wie sich die Mitarbeiter der Zuwebe in der freien Wirtschaft behaupten. Innovativ zu sein, ist auch für Baarer Bauern elementar, um sich in einem schwierigen Umfeld zu behaupten. Mirjam Weiss porträtiert stellvertretend für alle anderen vier Landwirte.

Vielleicht ist die Baarer Wirtschaft derart erfolgreich, weil sie offen für Neuerungen ist, ohne das alte Handwerk zu vergessen. Auch das Baarer Heimatbuch versucht sich zu erneuern und an Traditionellem festzuhalten. Deshalb finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch in diesem Buch das Kapitel «Baar im Laufe der Zeit» mit der Chronik, der Bibliografie, dem Rückblick auf unsere Gemeinde vor hundert Jahren und dem Beitrag der Zuger Kantonsarchäologie – dieses Mal zu einem bemerkenswerten Haus an der Leihgasse. Nicht fehlen dürfen auch Vereinsjubiläen. In den letzten beiden Jahren haben gleich drei Vereine feiern können: 150 Jahre Feldmusik, 100 Jahre Kammerorchester, 50 Jahre Fidelios. Zwei weitere Texte erzählen Geschichten, die ohne das Heimatbuch in Vergessenheit geraten würden. Silvan Romer setzt dem Inwiler Original Edwin «Choli» Kollbrunner ein kleines Denkmal. Und Franz Palkoska erzählt, wie er in seiner Garage im Lättich dem König von Bhutan ein Auto verkauft hat.

Mit Wirtschaft und Gewerbe widmet sich das Baarer Heimatbuch einem äusserst breit gefächerten Thema. Die Liste der Artikelvorschläge war entsprechend lang. Vieles, was spannend gewesen wäre, musste weggelassen werden. Dennoch hoffen wir von der Redaktion – neben dem Verfasser dieser Zeilen sind dies Barbara Häseli, Klaus Hengstler, Stefan Doppmann und Bildredaktor Andy Busslinger –, dass das Heimatbuch beim Lesen Vergnügen bereitet. An dieser Stelle möchte ich meinen Redaktionskollegen herzlich für ihren Einsatz danken. Der Dank richtet sich auch an alle Autorinnen und Autoren, die einen Beitrag für das 33. Baarer Heimatbuch verfasst haben. Ein grosses Kompliment geht an Christian Herbert Hildebrand, der erstmals für das Heimatbuch den Foto-Essay gestaltet hat. Der Einsatz aller Redaktoren, Autoren und Fotografen wäre aber unnütz, wäre nicht die Victor Hotz AG, deren Mitarbeiter dieses Buch gelayoutet, gestaltet und gedruckt haben. Zum Gelingen beigetragen hat zudem der Vorstand des Vereins Heimatbuch Baar unter Präsident Heinz Merz. Ein grosser Dank geht an alle Sponsoren und Gönner, ohne die das Baarer Heimatbuch nicht finanzierbar wäre.

Und das letzte Dankeschön haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich verdient. Ich wünsche Ihnen viel Spass und Vergnügen bei der Lektüre des 33. Baarer Heimatbuchs.

Silvan Meier