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Dienstag, 18. Dezember 2018

Wer sich anschickt, über Baar ein Buch zu schreiben, das etwas Wesentliches über diese Gemeinde aussagen soll, der kommt um die Frage nicht herum, wie ein solches Unterfangen anzustellen wäre.

Man könnte die Lage auf dem Globus nach Längen- und Breitengraden definieren, den Verlauf der Gemeindegrenze haarscharf auf der Landkarte einzeichnen, die Grundfläche mit 24 840 151 Quadratmetern exakt beziffern, alle Flüsse aufzählen und jede Erhebung benennen; ja sogar die Einwohnerzahl liesse sich an jedem x-beliebigen Tag ermitteln.

Baar ist aber viel mehr als die Summe geografischer und statistischer Angaben. Baar ist vor allem ein sich ständig weiterentwickelnder Organismus. Und so wie die Glieder, die Organe und die vielen einzelnen Zellen durch ihr Zusammenwirken den lebensfähigen Organismus ausmachen, vermögen erst die vielen, unterschiedlichen Menschen dem Gemeinwesen Baar eine eigene und unverwechselbare Identität zu geben. Die natürlichen Besonderheiten mit Wiesen und Feldern, mit den Flussläufen und den bewaldeten Hügeln entlang der Lorzenebene bilden dazu zwar den prächtigen Rahmen, aber für sich allein machen sie noch keine lebendige Gemeinde aus.

Die beiden vorherigen Bände des Heimatbuches sind – jedenfalls thematisch – eher von den geografischen Gegebenheiten ausgegangen. Die Ausgabe 2006 trug den Titel «Grenzen und Ränder» und liess damit eine geografische Orientierung anklingen. Auch der Band 2004 mit dem Titel «StadtDorf Baar» befasste sich stark mit den markanten Veränderungen, die insbesondere im Zentrum von Baar in den letzten Jahrzehnten vonstattengingen – Veränderungen, die also auch mit dem Äusseren, mit dem Aussehen zu tun hatten. Allerdings nicht nur. Wer die beiden erwähnten Bände sorgfältig gelesen hat, dem ist nicht entgangen, dass Grenzen längst nicht immer mit Geografie zu tun haben müssen. Auch ein städtischer oder im Gegensatz dazu eher dörflicher Charakter einer Lebensgemeinschaft hängt wohl kaum in erster Linie von der Höhe der Bauten, der Grösse der Plätze und der Breite der Strassen ab.

Das Heimatbuch 2008 unternimmt nun den Versuch, dem lebendigen Organismus Baar nachzuspüren, den Vergleich mit einem menschlichen Körper zu wagen und diesem geheimnisvollen und faszinierenden Wesen «Baar» den Puls zu fühlen. So wenig, wie sich die Individualität eines einzelnen Menschen zwischen zwei Buchdeckel klemmen lässt, so wenig kann auch das Heimatbuch 2008 den Anspruch erheben, dieses so unglaublich facettenreiche Gebilde Baar auch nur annähernd umfassend darstellen zu können. Wenn es aber gelungen ist, einige Aspekte, vielleicht sogar ein paar Charakterzüge aufzuzeigen, dann haben sich der Versuch und der nicht unerhebliche Aufwand gelohnt.

Es ist mir ein grosses Bedürfnis allen zu danken, die an der Entstehung dieses Buches mitgewirkt und seine Entstehung ermöglicht haben. Ich denke in erster Linie an meine Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion für die riesige Arbeit in zahlreichen Sitzungen, aber auch beim Schreiben der Artikel im stillen Kämmerlein. Jede und jeder von ihnen hat insgesamt mehrere Arbeitswochen ehrenamtlich ins Heimatbuch 2008 investiert. Ich danke allen Verfasserinnen und Verfassern der verschiedenen, durchwegs interessanten und spannenden Artikel. Auch sie haben ihre Beiträge meist unentgeltlich oder gegen ein bescheidenes Honorar geleistet – in der heutigen Zeit alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Ganz besonders freut es mich, dass auch dieser Band wieder grossartige Bilder enthält. Unser Bildredaktor Andy Busslinger hat mit seinen hervorragenden Aufnahmen einmal mehr ein Zeugnis seines fotografischen Könnens abgelegt. Seine Bilder am Anfang jedes Artikels thematisieren jeweils das angesprochene Organ. Sie stehen anstelle des in den letzten Ausgaben üblichen Fotoessays und führen in den Artikel ein.

Ein grosses Kompliment verdient die Victor Hotz AG für die Gestaltung und den Druck des Buches. Victor Hotz persönlich hat die Konzeption des Buches sehr engagiert und kompetent begleitet.

Schliesslich danke ich allen, die am Zustandekommen des Heimatbuches auf irgendeine Weise beteiligt sind: dem Vorstand und allen Mitgliedern des Vereins Heimatbuch Baar unter der Führung seines Präsidenten, Heinz Merz, und nicht zuletzt den grosszügigen Sponsoren und Gönnern, denn ohne ihre Unterstützung hätte dieses Buch nicht entstehen können.

Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, wünsche ich viel Spass bei der Lektüre und – sofern Sie Baarerin oder Baarer sind – Freude darüber, dass Sie ein Teil dieses im Heimatbuch 2008 nachgezeichneten Wesens sind.

Urs Perner, Redaktionsleiter